Hamburg und Nanjing: Bildungs-Know-how kombinieren

In Nanjing wurde gestern ein chinesisch-deutsches Institut eingeweiht © OWC/pt
In Nanjing wurde gestern ein chinesisch-deutsches Institut eingeweiht © OWC/pt

NANJNING. An der Nanjing University of Aeronautics and Astronatics (NUAA) im Osten Chinas wurde gestern ein Chinesisch-Deutsches Institut eingeweiht. „Mir reicht es nicht, nur ein guter Ingenieur zu sein“, sagt Song Chuchen. „Ich will auch wissen, wie ich innovative Ideen in die Praxis überführen kann.“ Die Studentin der Luft- und Raumfahrt an der 1952 gegründeten Universität gehört zu den ersten 20 Teilnehmern, die sich für den von der NUAA und dem Hamburger Northern Institute of Technology Management (NIT) in Nanjing initiierten Doppel-Masterkurs qualifiziert haben. In zweieinhalb Jahren absolvieren Studenten der Ingenieurswissenschaften zusätzlich ein Master-Studium für Technologie-Management und sind damit die idealen Nachwuchskräfte für innovative Unternehmen, wie Eva Hou, Human Ressources Manager der Brose China Co., Ltd., betonte. Die Ausbildung wird von Unternehmen gezielt gefördert. Brose hat in den vergangenen Jahren in Hamburg bereits zwölf Studenten gesponsert. „Jetzt prüfen wir, ob wir das auch in Nanjing machen werden“, so Eva Hou.

Song Chuchen ist eine der ersten 20 Teilnehmer © OWC/pt
Song ist eine der ersten 20 Teilnehmerinnen © OWC/pt

Der Doppel-Master-Kurs ist der erste am Chinesisch-Deutschen Institut der NUAA. Mit dem Institut sollen Bildungs-Know-how aus Deutschland und China kombiniert und die Ausbildung den Erfordernissen der Globalisierung angepasst werden, so NUAA-Präsident Nie Hong. Song Chuchen brachte es auf den Punkt: „Die Kooperation mit den deutschen Instituten macht nicht nur unsere Universität wettbewerbsfähiger, sondern auch uns Absolventen.“

Für den ersten Doppel-Master-Kurs haben die Hamburger, die ihre Ausbildungsmethoden nach Nanjing „exportieren“, 140.000 Yuan (etwa 17.000 Euro) investiert. Später sollen die Kurse wie in Hamburg von der Industrie finanziert werden, erklärt NIT-Präsident Otto von Estorff. „Denn die Industrie profitiert davon.“ Die ersten Kontakte mit deutschen Unternehmen in China sind bereits geknüpft. „Unser Ziel ist aber, langfristig auch chinesische Unternehmen einzubinden“, so NIT-CEO Verena Fritzsche. Dabei hat sie nicht nur den Studiengang in China im Blick. Denn auch die Studenten in Hamburg hätten zunehmend Interesse daran, ihre Praktika, die wesentlicher Bestandteil der Ausbildung sind, in China zu absovieren. pt