Hafen Hamburg: China drückt, Russland treibt

Jahrespressekonferenz in Hamburg: 2012 weniger Umschlag im Hafen © HHM
Jahrespressekonferenz in Hamburg: 2012 weniger Umschlag im Hafen © HHM

HAMBURG. Die Sonne strahlte am Montagmorgen über dem Hamburger Hafen, leicht eingetrübt zeigte sich dagegen dessen Jahresergebnis, das heute in der Hansestadt vorgestellt wurde. Vor allem die Flaute im Außenhandel mit China hat dem größten deutschen Seehafen im vergangenen Jahr zugesetzt.
Insgesamt erreichte Hamburg 2012 einen Seegüterumschlag von 130,9 Millionen Tonnen – ein Minus von rund einem Prozent im Vergleich zu 2011. „2012 ist doch anders verlaufen als geplant“, resümierte Claudia Roller, Vorstandsvorsitzende von Hafen Hamburg Marketing, das Jahresergebnis auf einer Pressekonferenz. „Es ist im Lauf des Jahres einiges passiert, was das Konsumverhalten in Europa und damit auch die Handelsströme beeinflusst hat“, sagt Roller und spricht damit konkret auf die rückläufigen Einfuhren an. Der Güterimport via Hamburg verzeichnete mit 73,9 Millionen Tonnen ein Rückgang von drei Prozent, wohingegen sich der seeseitige Export mit einem Umschlagergebnis von 57,1 Millionen Euro (+1,9 Prozent) positiv entwickelt hat. Die gute Entwicklung der Ausfuhren ist auf die weltweit ungebrochene Nachfrage an deutschen Produkten zurückzuführen.

Die Top-Handelspartner des Hafens Hamburg © HHM
Die Top-Handelspartner des Hafens Hamburg © HHM

Besonders der für Hamburg traditionell starke Asienverkehr hat das Ergebnis 2012 gedrückt: Der Containerumschlag mit der Region, die über die Hälfte des Gesamtumschlags des Hamburger Hafens ausmacht, ist um 8,6 Prozent auf 4,7 Millionen TEU (Standardcontainer) zurückgegangen. Primär sei das mit dem schwierigen Wirtschaftsumfeld in Europa sowie mit der Abkühlung des chinesischen Außenhandels zu erklären. Der Containerumschlag mit China – Hamburgs wichtigstem Handelspartner – hat sich 2012 mit insgesamt 2,6 Millionen TEU (-12,3 Prozent) deutlich abgeschwächt. Den Rückgang im Chinaverkehr konnte auch das Wachstum im Containerumschlag mit Indien nicht kompensieren, der letztes Jahr 210.000 TEU (+7,1 Prozent) erreicht hat.
Hamburgs zweitwichtigster Handelspartner Russland kommt auf ein Ergebnis von 675.000 TEU und verzeichnete damit ein Plus von 13,3 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Warenaustausch mit Polen, das auch unter den Top-Handelspartnern der Hamburger rangiert, wurden 263.000 TEU umgeschlagen, knapp elf Prozent mehr als noch 2011. „Die Ostsee hat sich als Fahrtgebiet beim Containerumschlag mit einem Plus von über sechs Prozent für uns sehr gut entwickelt. Die Zuwächse führen wir vor allem auf die Verbindungen nach St. Petersburg und Gdynia zurück“, kommentierte Roller die guten Ergebnisse beim Warenaustausch mit Osteuropa. Insbesondere Russland sei ein wertvoller Gradmesser für die Entwicklung des Hamburger Hafens. „Minus 12,3 Prozent beim Verkehr mit China sind dadurch trotzdem nur schwer wettzumachen.“ gh